Vitae

Vitae

Im Dezember 1969 bin ich in Villingen/Schwarzwald geboren.

Das Krankenhaus mit dem Kreißsaal war nur unweit entfernt
von dem legendären MPS-Studio, das sich auf dem Werksgelände des legendären
Radio- und TV- Herstellers SABA (Schwarzwälder Apparate-Bau-Anstalt) befand. Offenbar
haben sich die „Vibrations“ der dort produzierten Jazzgrößen wie Oscar
Peterson, George Shearing, Eugen Cicero und vielen anderen irgendwie auf mich
übertragen, denn als Teenager habe ich mich – zumindest musikalisch – verhaltensauffällig
gezeigt. Während meine Mitschüler:innen Queen, Foreigner, Kiss oder Depeche
Mode auf den Plattenteller gelegt haben, habe ich die Songs von

Glenn Miller, Frank Sinatra und Elvis Presley „aufgesogen“.

Zu Hause wurde oft und viel musiziert. Mein Großvater war Autodidakt (Geige, Mandoline, Akkordeon, Orgel, u.w.) und sang sehr viel. Mein Vater sang im Männerchor und spielte Mundharmonika. Meine Schwester erlernte das Klavierspiel und meine Mutter war in verschiedenen Gruppierungen als Sängerin aktiv.

In so einem musikalischen Haushalt aufzuwachsen, da war der Reiz selbst zu musizieren sehr groß. Bereits als kleiner Bub habe ich beim Spielen mit dem Baukasten oft nebenbei Instrumente mit der Stimme imitiert. „Beatboxen“ würde man heute sagen.

Nach der „gequälten“ Pflicht-Blockflöte, kam für mich mit 11 Jahren endlich „was Richtiges“ ins Haus – ein Akkordeon.

Damals verbrachte ich darüber hinaus fast jede längere Unterrichts-Pause in dem Musikgeschäft, unweit der Schule.

Dort testete ich Orgeln, Keyboards und konnte bald sämtliche ausgestellte Instrumente besser bedienen als das Verkaufspersonal des Ladens.

Mit 14 hatte ich dann die ersten öffentlichen Auftritte an meiner eigenen Orgel (YAMAHA CL-55 mit mechanischem Leslie). Das nahm dann richtig Fahrt auf, als ich so 16-17 war. Zu allen möglichen Anlässen habe ich dann vielseitige Unterhaltungsmusik geliefert. Zunächst instrumental mit der Orgel und wenig später mit Gesang, oft mit einem Schlagzeuger zusammen. Die folgenden Jahre haben die Entwicklung meiner Stimme sehr geprägt. Fast jedes Wochenende gab es Auftritte und es kam der Tag, da sprach mich der Leiter einer Bigband aus Villingen an und bat mich kurzfristig für ein Konzert einzuspringen, „unser Sänger ist krank geworden und wir bräuchten Dich für ein paar Nummern,…“ Auf meine Frage, was ich den singen solle, kam nur ein Name: „Sinatra“.

Der Auftritt hat mich nachhaltig geprägt. Der Klang einer BigBand ist einfach hinreißend, besonders dann, wenn man selbst mittendrin auf der Bühne steht. Beruflich zog es mich mit 20 Jahren dann nach Nürnberg zum Bayrischen Rundfunk,  wenig später nach Baden-Baden zum Südwestfunk und zum Staatstheater nach Karlsruhe. Dort nahm ich 2 Jahre klassischen Gesangsunterricht bei Ken Hase (Japan). Er hat meine Stimme enorm weiterentwickelt, dennoch konnte er mich von einer Laufbahn als Klassischer Sänger nicht überzeugen. Swing war und ist mein bevorzugtes Lebensgefühl, deshalb bin ich nach kurzen „Ausreissern“ doch beim Jazz geblieben. In der Zeit beim Radio durfte ich viele prominente Künstler persönlich kennenlernen und den Austausch mit ihnen genießen. Die Musik war all gegenwärtig,…

In den 1990er Jahren konnte ich zahlreiche Gastauftritte in verschiedenen Bigbands absolvieren. Zur Weiterbildung habe ich gerne in verschiedenen Jam-Sessions gesungen und an Jazzworkshops teilgenommen. z.B. bei Christoph „Sunny“ Mudrich (+), Prof. Wolf Mayer, Michael Sagmeister u.w.

Ein emotionales Highlight für mich war der Besuch des legendären New Yorker Jazz-Club „Blue Note“ im Jahr 1999.

Dort gab es ein Konzert in Memoriam an den großen Jazztrompeter Dizzy Gillespie mit der Band „The Dizzy Gillespie Alumni Alstars“ featuring Jon Faddis (Trompete). Bei der anschließenden Jam Session mit Eric Lewis (Klavier, links, heute „ELEW“)

und Jon Faddis (Trompete, mitte) habe ich spontan mit auf der Bühne gestanden und ein paar Songs gesungen. 

2002 war der Zeitpunkt gekommen, eine eigene Band zu gründen.

Zusammen mit einem talentierten Arrangeur entstand ein Frank-Sinatra-Cover-Projekt.

Über 10 Jahre präsentierten wir deutschlandweit in unterschiedlichen Besetzungen

den Style und die größten Hits von Frank Sinatra.

In dieser Zeit entstanden durch die Zusammenarbeit mit meiner Band unvergessliche Begegnungen mit wunderbaren Musikern wie Daniel Stelter, Ulf Kleiner, Simon Zimbardo, Ralf Fronhöfer, Ralf Cetto, Gilbert Kuhn, Elke Diepenbeck und vielen anderen. Meine musikalische Reise wurde ab 2015 veredelt, denn es folgten Auftritte mit Thilo Wagner, Lorenzo Petrocca, Rainer Heute, Lindy Huppertsberg, Jens Loh, Gregor Beck und einigen anderen.

Hier die Eröffnung des Kultursommer Rheinland-Pfalz (2015) in Bitburg.


Seit 2023 trete ich regelmäßig mit der Bigband 82 unter der Leitung von Rainer Heute auf,

zusammen mit der wunderbaren Sängerin Astrid Nowotny.


Swing ist ein Lebensgefühl,....

Daniel Brusch